Trocken auf Tauchgang
Die Wasserspinne Argyroneta verbringt fast ihr gesamtes Leben unter Wasser in einer mit Luft gefüllten Taucherglocke.
Wenn Luft Wasser verdrängen kann ohne sich zu verändern, dann kann man dieses Prinzip auch nutzen, um unter Wasser in einem Luft gefüllten Raum "trocken" zu leben. Die Wasserspinne Argyroneta macht sich dieses Phänomen zu Nutze und erschließt sich dadurch den Lebensraum Wasser. Die Wasserspinne besitzt an ihrem Hinterleib spezielle Härchen, mit denen sie sozusagen die Luft "tankt" und mit unter die Wasseroberfläche nimmt. Sie befüllt eine glockenförmige Taucherglocke, in der sie atmet, auf Beute lauert und frisst.
Lernziele
Die Kinder
| diskutieren das Thema, äußern ihre Einschätzungen und suchen Lösungswege. |
| trainieren ihre Feinmotorik. |
| führen einen Versuch eingenständig und konzentriert durch. |
Kurzinformationen
Thema | Trocken auf Tauchgang |
Zielgruppe | ab 4 Jahren |
Gruppengröße | circa 6 - 8 Kinder |
Dauer | jeweils 2-3 Minuten pro Kind |
Spielort | drinnen und draußen |
Materialien | eine 2/3 mit Wasser gefüllte Schüssel, 1 Glas, 2-3 Gummibärchen, Teelichthülse (Alubecher) |
Didaktischer Hinweis
Luftexperimente in drei Teilen
Der hier dargestellte Versuch ist der zweite in einer Reihe von drei Experimenten zum Thema Luft. Die Autorin hat sich bei der Vorbereitung und Durchführung an den Erkenntnissen und Empfehlungen der Didaktikerin Prof. Gisela Lück orientiert. Die Versuche sollen nicht "im luftleeren Raum" stattfinden. Vielmehr sollen die naturwissenschaftlichen Themen an den alltäglichen Erfahrungen der Kinder anknüpfen und Phänomene der sie umgebenden Umwelt aufgreifen. Teil 1 der Luftexperimente führt die Kinder an die Thematik heran: Sie erkennen, dass jeder Stoff, auch ein Gasgemisch wie beispielsweise Luft, einen Raum einnimmt. Teil 2 führt auf dieser Grundlage die thematische Versuchsreihe fort.
Schauen und handeln
Alle Kinder können reihum das Experiment eigenständig durchführen. Mit größeren Gruppen läst sich dieser Versuch auch sehr gut draußen, und vor allem im Sommer durchführen, wenn ausreichend Schüsseln und Becher zur Verfügung gestellt werden.
Gummibärchen auf Tauchstation
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Abb. 1, bitte anklicken |
Vorbereitung
Die zwei Gummibärchen werden in die Teelichthülse gelegt und mit dieser auf die Wasseroberfläche gesetzt.
"Märchenstunde"
Erzählen Sie den Kindern zum Einstieg eine Geschichte. Sie können Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Wie wäre es beispielsweise mit Paul und Josefine? Die beiden Gummibärchen schippern mit ihrem kleinen Teelichtboot über den weiten Horizont (einer Salatschüssel). Sie würden so gerne einmal den Meeresgrund erforschen, wollen aber weder nass werden noch möchten sie ihr sicheres Boot verlassen.
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Abb. 2, bitte anklicken |
Wer hat eine Idee?
Ist der Wunsch von Paul und Josefine völlig unrealistisch? Gibt es eine Lösung? Lassen Sie den Kindern so viel Raum wie sie brauchen, um ihre unterschiedlichen Ideen auszutauschen und die Lösungsvorschläge zu diskutieren.
Lösungsideen prüfen
Ermuntern Sie die Kinder schließlich ihre Lösungsvorschläge auszutesten. Stellen Sie unterschiedliche Gegenstände, unter anderem auch ein Glas zur Verfügung. Eines der Kinder, vielleicht auch mehrere, werden sich sicherlich an das Experiment "Luft braucht Platz!" erinnern. Die neu erworbene Erkenntnis wird helfen, die Lösung zu finden.
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Abb. 3, bitte anklicken |
Tauchgang
Ein Mädchen oder ein Junge der Gruppe stülpt das "leere", das heißt das Luft gefüllte Glas mit seiner Öffnung senkrecht nach unten über unsere Gummibärchen-Abenteurer und drückt das Glas auf den Boden der Salatschüssel.
Beobachtung
Die Gummibärchenmannschaft und das Bootsinnere bleiben trocken. Hebt man das Glas wieder an, schwimmt unser Boot mit "trockener Besatzung" wieder auf der Wasseroberfläche.
Einsatz im Kindergarten
Mögliche Stolpersteine
Bitte machen Sie die Kinder darauf aufmerksam, dass das Glas nach dem Aufsetzen auf den Boden unbedingt festgehalten werden muss, da es sonst umkippt! Ansonsten stellt die Durchführung des Versuchs keine hohen Ansprüche an die Feinmotorik und stellt somit für die Kinder kein Problem dar.
Hohe Konzentrationsfähigkeit
Sie werden erstaunt sein, wie ausdauernd und konzentriert die Kinder sind. Auch dieser Versuch macht ihnen viel Spaß. Die Tatsache, dass die Gummibärchen trocken bleiben, finden die Jungen und Mädchen spannend und ermuntert sie zum sprechen. Natürlich möchten sie auch die Gummibärchen essen! ;-)
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Hintergrundinformationen
| Infos zum Experiment Diese Hintergrundinformationen richten sich an Erwachsene. Sie erfahren mehr zum Gasgemisch Luft, seiner Zusammensetzung sowie zu Aggregatzuständen von Stoffen. |
Experimentreihe "Luft"
| Teil 1: Luft braucht Platz! Luft ist für uns so selbstverständlich, dass wir uns ihrer häufig nicht bewusst sind. Ohne Luft wäre Leben auf unserer Erde unmöglich. Aber was ist Luft überhaupt? |
| Teil 3: Der Geist aus der Flasche! Unter welchen Bedingungen Luft sich ausdehnt und wie dieser Prozess beobachtet werden kann, zeigt dieses nur auf den ersten Blick geheimnisvolle Experiment. |
Quelle
Informationen zur Autorin
| Sibylle Drenker-Seredszus ist Umweltpädagogin und Diplom Agraringenieurin mit den Schwerpunkten Naturschutz und Landschaftsökologie. Seit fast 10 Jahren arbeitet sie überwiegend mit Grundschulklassen und Vorschulgruppen im Rahmen von Projekten oder Ausflügen direkt in der Natur. Sie veranstaltet Waldwochen, die intensive Naturerlebnisse vermitteln, und führt Fortbildungen für Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher zu Methoden der Umweltpädagogik sowie zur Naturkunde durch. |